Theater 2012

 

 

 

" Eine himmlische Beförderung "

Schwäbisches Lustspiel in drei Akten

von Wolfgang Bräutigam

 Mit ihrem jüngsten Stück „eine himmlische Beförderung“ konnte der Gesangsverein „Eintracht“ Hartheim wieder einen vollen Erfolg verbuchen und somit an die bisherigen  Triumphe anknüpfen.

Dass man in der Hölle preußisch und im Himmel schwäbisch spricht wissen die Zuschauer des Theaterstücks „eine himmlische Beförderung“ jetzt. Überhaupt gab es beim „schwäbischen Lustspiel in drei Akten“ allerhand Lehrreiches zu erfahren.

Eigentlich ist der Plan von Brautvater Albert Weismann, gespielt von Arnold Kleiner, und dessen Nachbar Heinz Wachter, den Viktor Kapla mimte, ganz einfach: Tochter Yvonne Weismann (Kerstin Deufel) soll in eine steinreiche Familien einheiraten und den zwei Jungunternehmern Albert und Heinz dann das Projekt „Einfamilienhaus“ finanziell unterstützen. Erika Weismann (Carmen Butz), die Brautmutter, ist ihrerseits voll mit den Hochzeitsfeierlichkeiten beschäftigt. Einhundertfünzig Hochzeitsgäste, die Geschwister Hoffmann als musikalische Umrahmung und der Stadtrat als Ehrengast sind nur einige ihrer Vorhaben. Mit Rat und Tat steht ihr hierbei Nachbarin und „Generalbevollmächtigte Hochzeitsplanerin“ Hilde Wachter, gespielt von Lisbeth Kapla, zur Seite. Als wäre das nicht genug Durcheinander mischt sich auch noch der Jungteufel Diavolo, gespielt von Fabian Schäuble, ein, der von seiner Großmutter Luci-Vera (Margret Leder), den Auftrag erhielt, die Hochzeit zu verhindern. Sollte ihm dies gelingen, erhält er als Belohnung seine Teufelshörner. Mit Intrigen und Gerüchten, wie der Bräutigam sei schwul oder ein Weiberheld, hält er die Hochzeitsgesellschaft auf Trapp. Für Albert Weismann seinerseits stürzt eine Welt zusammen, als er von  Diavolo erfährt, dass die angeblich wohlhabende Henriette Faber (Heidi Weiger), Mutter des Bräutigams, doch ziemlich mittellos sein soll. Aus der „Goldenen Gans“ wird eine „blecherne Henne“.

Doch auch der Himmel greift ein: Petrus, der Fels, oder ganz einfach „Onkel Petrus“ schickt seinen Engel Raphaela, gespielt von Melanie Löffler, auf die Erde. Wenn sie es schafft, die Hochzeit zu retten wird sie ihre eigenen Flügel bekommen. Schließlich ist es im Himmel ohne Flügel wegen des Ozonlochs zu gefährlich.

Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Gottesbote Raphaela bringt mithilfe ihres Harmoniepulvers wieder Versöhnung unter die Menschen. Nur leider verlieben sich Henriette Faber in Albert Weismann und die Braut in Gerd Müller, gespielt von Klaus Löckel, Arbeitskollege und Trauzeuge der Braut. Auch Nadine Schön, die von Lena Pfingst gespielt wurde, vergaß, dass sie eigentlich Gerd Müller zugetan war, beim Anblick des Bräutigams Klaus-Dieter Faber, den Kevin Schäuble mimte. Letztendlich vernarrte sich sogar noch Jungteufel Diavolo in Raphaela, was dieser zunächst überhaupt nicht gefiel.

Nach einer Aussprache regelt sich jedoch alles wieder, die ursprünglichen Paare finden wieder zusammen und der Hochzeit und den damit resultierenden Engelsflügel steht nichts mehr im Wege. Lediglich Diavolo ist unzufrieden: da er den Auftrag nicht erfüllen konnte, darf er nicht mehr zurück in die Hölle. Gut dass Petrus mit Weißwürsten bestechlich ist und der Himmel somit sogar für den früheren Jungteufel Platz bietet. Unter großen Beifallsstürmen senkte sich der Vorhang. Einhellig war man der Meinung: der Theaterabend hätte nicht besser laufen können, die Rollen waren ideal besetzt.

Die Darsteller lieferten eine Glanzleistung ab. Bei ihrem Theaterstück stimmte einfach alles: das humorvolle Drehbuch, gespickt mit Witzen, tolle Effekte der Bühnentechnik von Robin Strobel und Benjamin Butz, beeindruckende Kulissen, die von Thomas Butz und seinem Team aufgebaut wurden und natürlich eine überragende Gesamtleitung von Arnold Kleiner. Dass es so gut klappte war natürlich auch den Souffleusen Charlotte Falkenburger und Margret Leder zu verdanken. Das herausragende Spiel der Laienschauspieler war bestimmt von Szenenapplaus und Gelächter. Mit seinem „schwäbischen Lustspiel in drei Akten“ traf Wolfgang Bräutigam genau den Geschmack der begeisterten Zuschauer.

-Sina Ramsperger-

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Der Gesangverein lässt es sich nicht nehmen, eine in Hartheim schon lange bestehende Tradition weiterzuführen, nämlich das alljährlich in der Weihnachtszeit stattfindende Theaterspiel. Die Tradition ist geblieben - die Stücke haben sich geändert. Während früher hauptsächlich rührselige Wildererstücke aufgeführt wurden, konzentriert man sich heute auf abendfüllende Lustspiele, denn vor allem die Jugend kann mit der alten Wald- und Heideromantik wenig anfangen. Aber schließlich ist das Leben an sich ernst genug, so dass man gerne einen Abend lang die Sorgen des Alltags vergisst. Dies gelingt der Theatergruppe in den letzten Jahren vor allem mit den Luststücken des "Vereinautors" Bernd Gombold aus Inzighofen.

Da die Aufführungen immer sehr großen Anklang fanden, ging die Theatergruppe bis vor einigen Jahren sogar auf "Tournee". Man spielte z.B. in Meßstetten, Hossingen, Oberdigisheim und Böttingen, und jedes mal vor ausverkauftem Haus. Doch zum einen hielt die transportable Bühne diesen Strapazen nicht mehr länger stand, und zum anderen, war es für die Spieler sowie deren Familien ein riesengroßer Aufwand. Daher finden die Aufführungen seit einigen Jahren nur noch in Hartheim statt. Doch der Probenaufwand ist dadurch natürlich nicht geringer geworden. Theaterspiel - ein Spaß für alle, mit viel Arbeit verbunden für die einen. Im Schnitt opfern die Spieler 4 Monate lang jedes Wochenende, um diesen Brauch zu pflegen und das Publikum für 2 - 3 Stunden zu unterhalten. Nur mit viel Idealismus kann dies bewältigt werden. Doch der Beifall und der Erfolg, wenn der Vorhang fällt, lässt jeden Spieler den zurückliegenden Stress vergessen.